Wo entspringt die Klosterquelle?

Wo entspringt die Klosterquelle?

  • Am 1. Sep­tem­ber begin­nt die Schöp­fungsZeit. Mit ein­er Auf­tak­tver­anstal­tung in Rhe­in­felden startet der Kirchenaar­gau in den Monat, den die christlichen Kirchen in der Schweiz der Bewahrung der Schöp­fung wid­men.
  • Dieses Jahr ste­ht das Wass­er im Mit­telpunkt der Schöp­fungsZeit.
  • Wass­er wie jenes Quell­wass­er, das seit Jahrhun­derten durch die Kloster­wasser­leitung in Wet­tin­gen fliesst. Die Suche nach der unbekan­nten Quelle beschäftigt Inge­nieure, Geo­physik­er und Rutengänger.


Am 7. Juli diesen Jahres stiess der Bag­ger im Wet­tinger Gebi­et «in den Müllern» in fünf Metern Tiefe auf eine Stein­plat­te. Die anwe­senden Inge­nieure, Architek­ten und Kan­tonsvertreter ent­deck­ten darunter einen von Steinen seitlich begren­zten Kanal, durch den Wass­er fliesst. Damit kon­nten sie dem Plan, welch­er den Ver­lauf der his­torischen Wasser­leitung zeigt, ein weit­eres Stück hinzufü­gen. Ein klein­er Schritt näher zur unbekan­nten Quelle.

Aus dem 17. Jahrhundert

[esf_wordpressimage id=33696 width=half float=left][/esf_wordpressimage]Die his­torische Wasser­leitung ver­läuft vom Gebi­et hin­ter dem Fried­hof Brun­nen­wiese bis auf die Kloster­hal­binsel und unter­quert die Gemeinde von Nor­dosten nach Süd­west­en. Sie stammt aus dem 17. Jahrhun­dert, ist also mehr als 400 Jahre alt. Der Ver­lauf der Leitung zwis­chen dem Fried­hof Brun­nen­wiese und dem Kloster­garten sei bekan­nt, wie Urs Wid­mer, Architekt bei Wid­mer Architek­ten AG, erk­lärt. Weil die Leitung mit­ten durch Wet­tin­gen hin­durch­führe, komme sie bei Bauar­beit­en manch­mal zum Vorschein. Die ent­deck­ten Abschnitte wur­den jew­eils instandge­set­zt und kon­serviert.

Schöpfungszeit 2021

«Damit Ströme lebendi­gen Wassers fliessen»

Im Sep­tem­ber wird in allen christlichen Kirchen der Schweiz die Schöp­fungsZeit gefeiert. Dieses Jahr wid­met sich die Schöp­fungsZeit speziell dem Leben­sraum Wass­er.

Auf­tak­tver­anstal­tung zur Schöp­fungsZeit 2021 in Rhe­in­felden

Am Mittwoch, 1. Sep­tem­ber 2021, 18 bis ca. 21.15 Uhr. 17 Uhr fakul­ta­tives Einsin­gen in der römisch-katholis­chen Kirche mit Jut­ta Wurm.

Tre­ff­punkt: röm.-kath. Kirche Rhe­in­felden, Sta­tio­nen­weg zur Fis­chtreppe beim Stauwehr am Rhein. Fuss­weg von rund 30 Minuten. Der Weg ist nicht roll­stuhlgängig.

Eine Anmel­dung ist erwün­scht, aber auch die spon­tane Teil­nahme ist möglich: Ref. Pfar­ramt für weltweite Kirche BL / BS, 061 260 22 47, " data-type="URL" data-id="weltweite.kirche@refbl.ch" target="_blank">

Der Anlass find­et bei jed­er Wit­terung statt.

Das Wasser wird im Kloster gebraucht

Rät­sel gebe jedoch der Abschnitt zwis­chen dem Fried­hof und der Quelle auf. Es existieren wed­er Grund­buchein­träge noch Pläne. Urs Wid­mer ist an der Quel­len­suche beteiligt, weil seine Fir­ma mit den baulichen Belan­gen des Klosters Wet­tin­gen betraut ist. Als das Kloster Wet­tin­gen 1841 in den Besitz des Kan­tons überg­ing, erbte dieser auch die klöster­liche Wasser­leitung und hält sie bis heute in Stand. Ein­er­seits, um das kul­turhis­torische Denkmal zu erhal­ten, ander­er­seits aber auch, damit die Wasserver­sorgung der Gärten und Brun­nen auf der Kloster­hal­binsel gewährleis­tet bleibt.

Keine Pläne, keine Grundbucheinträge

«Ich glaube, die Leute wussten schon immer von dieser Leitung», sagt Wid­mer. Bis in die 1950er-Jahre wur­den näm­lich auch Wohn­häuser auf der Kloster­hal­binsel mit diesem Wass­er ver­sorgt. Doch offen­bar lieferte die Befra­gung von alteinge­sesse­nen Wet­tingern zum Ort der Quelle in den 1950er-Jahren keine konkreten Anhalt­spunk­te.

Wünschelruten und Sonden

Heute wer­den andere Meth­o­d­en für die Suche nach der Quelle herange­zo­gen. Erste Hin­weise auf den möglichen Leitungsver­lauf gab ein Wün­schel­rutengänger. «Sehr span­nend, aber auch ein wenig sus­pekt», meint Urs Wid­mer. Der Rutengänger habe die anwe­senden Skep­tik­er die Meth­ode aber sel­ber aus­pro­bieren lassen. «Jed­er war mit ein­er Ast­ga­bel unter­wegs – und es hat tat­säch­lich funk­tion­iert», erin­nert sich Wid­mer.

Nach­dem das Leitungsstück am 7. Juli zum Vorschein gekok­m­men war, ver­sucht­en die Inge­nieure, eine Kam­era gegen die Strö­mung in Rich­tung Quelle zu schieben. Die Kam­era blieb aber an den Steinen hän­gen. Sie set­zten ein so genan­ntes T‑Stück ein, das von der Ober­fläche bis hin­unter ins Wass­er reicht. Es dient für geo­physikalis­che Mes­sun­gen. Am 3. August set­zten Forsch­er das Wass­er damit unter Strom und verteil­ten Son­den ent­lang des ver­muteten Laufs. Wenn die Dat­en aus­gew­ertet seien, könne man hof­fentlich ein Stück näher bei der Quelle wieder einen Schacht graben, erk­lärt Architekt Wid­mer. So tas­ten sich die Inge­nieure, Architek­ten und Bag­ger­führer Stück für Stück an die Quelle her­an. [esf_wordpressimage id=33692][/esf_wordpressimage]

Marie-Christine Andres Schürch
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