Weltgebetstag 2019: Frauen beten gemeinsam

Weltgebetstag 2019: Frauen beten gemeinsam

  • Am 1. März ist wieder Welt­ge­bet­stag, doch schon jet­zt laufen die Vor­bere­itun­gen auf vollen Touren. Hor­i­zonte sprach mit Alice Roth und Ulrike Haller. Die bei­den Frauen organ­isieren seit über 10 Jahren Vor­bere­itungstage für die Frauen aus den Kirchge­mein­den und Pfar­reien.
  • Im Inter­view erk­lären Alice Roth und Ulrike Haller, um was es beim Welt­ge­bet­stag geht und mit welchen Her­aus­forderun­gen dieser von Frauen gestal­tete öku­menis­che Anlass zu kämpfen hat.
 Frau Roth, wenn Sie in max­i­mal drei kurzen Sätzen auf den Punkt brin­gen müssten, was den Welt­ge­bet­stag aus­macht, der alljährlich Anfang März gefeiert wird, wie wür­den Sie jenen Anlass beschreiben? Alice Roth: Aus­machen tut diesen Tag die weltweite Ver­bun­den­heit mit dem Land, das grad dran ist. Der Welt­ge­bet­stag wird ja weltweit am gle­ichen Tag gefeiert, das schafft Ver­bun­den­heit. Mich per­sön­lich bewegt es schon, wenn ich weiss, dass genau an jen­em Tag Frauen in der ganzen Welt beten.Frau Haller, Sie engagieren sich wie Frau Roth seit über 10 Jahren bei der Vor­bere­itung des Welt­ge­bet­stages im Aar­gau. Hat das Inter­esse in dieser Zeit nachge­lassen? Ulrike Haller: Ja, dur­chaus. Let­ztes Jahr mussten wir den Vor­bere­itungstag in Suhr absagen, weil wir zu wenig Teil­nehmerin­nen hat­ten. Vor etwa 12 Jahren, als ich ange­fan­gen habe, kamen noch 80 Teil­nehmerin­nen. Alice Roth: In Neuen­hof hat­ten wir dieses Jahr aber 40 Teil­nehmerin­nen – so viele wie schon lange nicht mehr.Im Aar­gau gibt es immer noch vier Vor­bere­itungstage: In Suhr, in Neuen­hof, in Brugg-Windisch und im Frick­tal. Ulrike Haller: Ja, der Vor­bere­itungstag in Suhr ste­ht aber seit let­ztem Jahr auf der Kippe. Alice Roth: Im Kan­ton Luzern gibt es gar keinen Vor­bere­itungstag mehr, in Zürich hat man das Ange­bot gekürzt. Einige Frauen aus diesen Kan­to­nen kom­men nun zu uns.Was sind die Gründe für das nach­lassende Inter­esse? Ulrike Haller: Das hat zunächst sicher­lich mit dem Mit­glieder­schwund der Kirchen an sich zu tun. Dann ist es aber auch so, dass viele Pfar­reien und Kirchge­mein­den den Welt­ge­bet­stag gar nicht mehr auf die Agen­da set­zen. Noch vor etwa 10 Jahren feierte jede Pfar­rei, jede Kirchge­meinde einen Gottes­di­enst. Heute sind das oft vier bis fünf gemein­sam.Fehlt es nicht auch an Frauen, die sich wie Sie bei den Vor­bere­itun­gen engagieren? Alice Roth: Das ist schon ein Prob­lem. Aber ich bin guten Mutes, dass wir Frauen nachziehen kön­nen.Ent­standen ist der Welt­ge­bet­stag ja aus der Frauen­be­we­gung. Kön­nte es sein, dass die sein­erzeit damit ver­bun­de­nen Anliegen heute an Bedeu­tung ver­loren haben? Ulrike Haller: Eigentlich nicht, aber ich kann mir vorstellen, dass die heute ange­sproch­enen Gen­er­a­tio­nen gar kein Manko mehr empfind­en oder sich schlichtweg nicht mehr inter­essieren. Zu dem Zeit­punkt, als sich die Schweiz im 20. Jahrhun­dert am Welt­ge­bet­stag zu beteili­gen begann, war der Stel­len­wert von Frauen ger­ade in der katholis­chen Kirche längst nicht so wie heute.Fällt es ins Gewicht, welch­es Land die Liturgie erar­beit­et? Mobil­isiert vielle­icht ein Land wie die Philip­pinen vor zwei Jahren, wo mit Rodri­go Duterte ein autoritär­er Präsi­dent am Rud­er ist, mehr als ein Land wie Slowe­nien? Alice Roth: Ich glaube nicht, dass das gross Ein­fluss hat – Die Leute, die den Welt­ge­bet­stag ken­nen, die kom­men so oder so. Man hat aber let­ztes Jahr gese­hen, dass das Wet­ter einen Ein­fluss hat. Let­ztes Jahr war dieses sehr schlecht, das hat man schon gemerkt – auch bei der Kollek­te.Der Welt­ge­bet­stag ist ja öku­menisch. Wer beteiligt sich mehr? Katho­liken oder Reformierte? Alice Roth: Ich glaube, das hält sich die Wage. Wir schauen nicht, wer ist reformiert, wer katholisch.Kön­nen auch Män­ner beim Welt­ge­bet­stag mit­machen? Alice Roth: Früher war es eine reine Frauen­be­we­gung. Heute dür­fen natür­lich auch Män­ner kom­men.  
Andreas C. Müller
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