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«Wichtig für das Gelingen unserer Demokratie»

  • Die Fach­stelle für Frei­willi­ge­nar­beit Benevol und die Aar­gauer Lan­deskirchen vergeben seit 2004 den Sozial­preis an ehre­namtlich geführte, gemein­nützige Pro­jek­te.
  • Der Sozial­preis 2022 geht an das The­ater Gaga, Psy4Asyl und das Sprach­mo­bil.
  • Die drei Frei­willi­gen-Pro­jek­te wur­den am 20. Okto­ber 2022 im Bullinger­haus in Aarau geehrt.

Die Frei­willi­ge­nar­beit ist uner­lässlich für unser soziales Zusam­men­leben. Sie ist zudem wichtig für das Funk­tion­ieren unser­er Demokratie. Davon ist Car­men Frei, die als Mod­er­a­torin durch die Preisver­lei­hung führte, überzeugt. Vier von zehn Men­schen übernehmen in der Schweiz unent­geltliche Engage­ments. «Den­noch ste­hen Frei­willige sel­ten im Ram­p­en­licht», weiss nicht nur die Mod­er­a­torin. Sie kon­nte Vertreterin­nen und Vertreter der Christkatholis­chen, der Evan­ge­lisch-reformierten und der Römisch-Katholis­chen Lan­deskirche im Aar­gau begrüssen.

Sozialpreis

Der im Jahr 2004 erst­mals vergebene Sozial­preis hon­ori­ert Frei­willi­ge­nar­beit im Kan­ton Aar­gau. Wie bere­its vor zwei Jahren, wur­den auch dieses Mal 26 Pro­jek­te ein­gere­icht. Sie zeigen: Frei­williges soziales Engage­ment ist im Aar­gau weit ver­bre­it­et und vielfältig. So war es für die sech­sköp­fige Jury aus Vertre­tun­gen der Lan­deskirchen, der Frei­willi­gen­fach­stelle benevol Aar­gau, dem Frauen­haus Aar­gau-Solothurn und Pro Senec­tute Aar­gau keine ein­fache Auf­gabe, aus der Fülle der Bewer­bun­gen drei Siegerpro­jek­te zu küren. Das Faz­it der Jury machte zwei Drit­tel der Bew­er­tung aus. Das zusät­zliche Drit­tel resul­tierte aus dem öffentlichen Online-Vot­ing, bei dem über 3000 Stim­men abgegeben wur­den. www.sozialpreis-ag.ch / www.benevol-aargau.ch

Der Aar­gauer Sozial­preis 2022 wird von benevol Aar­gau, der Fach­stelle für Frei­willi­ge­nar­beit sowie der Christkatholis­chen, der Evan­ge­lisch-reformierten und der Römisch-Katholis­chen Lan­deskirche im Aar­gau organ­isiert.

«So viel Kreativität und Engagement!»

Das Gruss­wort sprach die Aar­gauer Gross­rat­spräsi­dentin Elis­a­beth Bur­gen­er. Sie zitierte Mar­tin Luther King mit den Worten: «Die zen­trale Frage im Leben ist: Was tust du für andere?» Eine Frage, die beim Aus­bruch des Krieges in der Ukraine plöt­zlich ganz konkret gewor­den sei. Dann sei Unglaublich­es passiert: «Eine riesige Hil­fs­bere­itschaft war von Beginn an da. Vieles musste für die Geflüchteten aufge­baut wer­den. Man hat hier jedoch schnell auf eine Grund­in­fra­struk­tur zugreifen kön­nen, die getra­gen war und von vie­len engagierten Einzelper­so­n­en und Grup­pen aus der Zivilge­sellschaft.» Das sei ein gutes Beispiel für viele Men­schen, die bei uns Frei­willi­ge­nar­beit leis­ten.

Aus 26 ein­gere­icht­en Pro­jek­ten hat zuerst die Bevölkerung via Online-Vot­ing und danach die Sozial­preis-Jury die drei Gewin­ner des diesjähri­gen «Aar­gauer Sozial­preis 2022» erko­ren. Elis­a­beth Bur­gen­er bekan­nte: «Ich habe die Jury nicht benei­det. So viel Engage­ment und Kreativ­ität!»

Theater für die Seele

Der mit 7000 Franken dotierte erste Platz ging an das das The­ater Gaga. In diesem Ensem­ble engagieren sich sowohl psy­chisch Kranke wie auch gesunde Men­schen. Jean­nine Theil­er, Ini­tiantin und Vere­in­spräsi­dentin des The­aters, sagte bei der Präsen­ta­tion: «Die Ressourcen von behin­derten Men­schen sollen hier gefördert wer­den. Es wird ihnen die Möglichkeit gegeben, gemein­sam mit andern auf ein Pro­jekt hinzuar­beit­en.»

In diesem The­ater­pro­jekt sollen ihre sozialen Kom­pe­ten­zen gestärkt wer­den. «Beim The­ater­spie­len muss man aufeinan­der einge­hen und miteinan­der unter­wegs sein.» Das Preis­geld wird wohl dazu beitra­gen, dass die näch­sten Auf­führun­gen im Juni 2023 über die Bühne gehen kön­nen. [esf_wordpressimage id=40920 width=half float=left][/esf_wordpressimage]

Psy4Asyl

Der mit 5000 Franken dotierte zweite Platz ging an das Pro­jekt Psy4Asyl. Im Fokus der ehre­namtlich arbei­t­en­den Fach­leute aus dem psy­chosozialen Bere­ich ste­ht die psy­chis­che Gesund­heit von Geflüchteten. «Viele, die migri­eren, brin­gen psy­chis­che Trau­matas mit sich. Fach­lich geschulte Leute des Vere­ins küm­mern sich um sie», sagte Beat Mau­r­er, Sozial­diakon in der Kirchge­meinde Zofin­gen. Psy4Asyl berate beispiel­sweise Leute, die Geflüchtete aus der Ukraine bei sich aufnehmen. [esf_wordpressimage id=40921 width=half float=right][/esf_wordpressimage]

Mobiler Sprachkurs

Jean­nette Häsler Daf­fré, Kom­mu­nika­tionsver­ant­wortliche der Römisch-Katholis­chen Lan­deskirche Aar­gau, stellte den mit 3000 Franken dotierten drit­ten Platz vor, das «Sprach­mo­bil». Ini­ti­iert wurde das Pro­jekt von Bil­ly Mey­er. Die Grun­didee dahin­ter: Flüchtlinge, die keine Zeit und kein Geld haben, in der Stadt einen Sprachkurs zu besuchen, sollen auf dem Land aufge­sucht wer­den.

Seit 2018 ist das Sprach­mo­bil unter­wegs. «Ein­mal pro Woche ste­ht es in ver­schiede­nen Wohn­heimen, vor Kirchen oder Schulen. So, wie der Migroswa­gen früher», erk­lärt Jean­nette Häsler Daf­fré. Finanziert werde es durch pri­vate Spenden und Gön­ner aus der Wirtschaft. Das Gefährt hat grosse Fen­ster und im Innern befind­en sich acht Stüh­le, die Schu­lat­mo­sphäre ver­mit­teln. 5000 Besuchende seien im Sprach­mo­bil schon begrüsst wor­den.

Aktiv für eine gute Sache

Neben den Haupt­preisen wur­den Anerken­nung­spreis von je 1500 Franken aus­ge­sprochen. Der eine ging an den Vere­in Dis­cuss-it, der die poli­tis­che Teil­habe junger Men­schen stärkt. Der andere ging an den Kindertr­e­ff «Open­House» in Suhr.

Car­men Frei, die selb­st ehre­namtlich tätig ist, brachte die Grund­stim­mung bei vie­len so auf den Punkt: «Es ist ein unver­gle­ich­lich wertvolles Geschenk, zusam­men mit Frei­willi­gen für eine gute Sache aktiv zu sein. Der Lohn, den ich dafür bekomme, der ist für mich unbezahlbar.»

Marie-Christine Andres Schürch
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