Ändern, flicken, Neues schaffen

Ändern, flicken, Neues schaffen

  • In Aarau, Dät­twil und Wohlen hat die Car­i­tas Nähate­liers für Frauen eröffnet.
  • Jede Woche ver­wirk­lichen Frauen dort ihre Näh­pro­jek­te und knüpfen Kon­tak­te untere­inan­der.
  • Ein junges Pro­jekt der Car­i­tas, das vielver­sprechende ges­tartet ist.


«Gle­ich fer­tig!», ruft Fawzia Noori und blickt kurz von ihrer Arbeit auf. Zügig rattert​ die Nadel über den rosa gemusterten Stoff. Zwanzig Minuten später ist aus sechs Stoff­stück­en ein knielanges Kleid ent­standen. Fawzia Noori pro­biert es an und strahlt. Stolz und Freude über die gelun­gene Arbeit sind ihr anzuse­hen.

Bügeleisen, Stoff und Faden

Zugeschnit­ten hat Fawzia Noori den Stoff ​bere­its let­zte Woche im Nähate­lier. Die nötige Näh­mas­chine ste­ht im Nähate­lier der​Caritas, das in Wohlen in den Räum­lichkeit­en der KOFFF, der Regionalen Koor­di­na­tion der Frei­willi­ge­nar­beit im Flüchtlingswe­sen Freiamt, unterge­bracht ist und jew­eils am Mon­tag­mor­gen offen hat. Neben Näh­maschi­nen ste­hen auch Bügeleisen, Stoffe, Fäden, Knöpfe und Bän­der bereit.[esf_wordpressimage id=35524 width=half float=right][/esf_wordpressimage]

Die Nähate­liers sind ein junges Pro­jekt der Car­i­tas Aar­gau. In Aarau, Baden und Wohlen hat Car­i­tas zusam­men mit den örtlichen Kirchge­mein­den solche Ate­liers aufge­baut. Frauen, die keine eigene Näh­mas­chine besitzen, bekom­men hier die Möglichkeit, gemein­sam ihre Klei­der zu flick­en oder neue Klei­dungsstücke und Acces­soires zu nähen. Besucherin­nen, die die Kul­turLe­gi der Car­i­tas besitzen, kön­nen gratis dabei­sein, alle anderen bezahlen einen Beitrag von zehn Franken sowie das Mate­r­i­al.

Wichtige Kaffeepause

«Der wichtig­ste Teil, die Kafi­pause, fällt momen­tan wegen der Coro­na­mass­nah­men lei­der aus», sagt Isabelle Oder­matt. Sie begleit­et Auf­bau und Betrieb der Nähate­liers als Pro­jek­tlei­t­erin der Car­i­tas. Sie weiss, wie wertvoll es ist, dass die Frauen Kon­takt zu anderen knüpfen kön­nen und dabei ver­suchen, Deutsch zu sprechen. Bei­des hil­ft ihnen, den All­t­ag bess­er zu meis­tern und sich zu inte­gri­eren. Am Stan­dort Wohlen bietet das Nähate­lier zusät­zlich eine Kinder­hüeti, die von zwei Frei­willi­gen in einem sep­a­rat­en Raum betreut wird.

Die Nähateliers der Caritas


Aarau
Mo, 8.30 – 11.30 Uhr. Ohne Kinder­hüte­di­enst. Evan­ge­lisch Methodis­tis­che Kirche, Pauluskirche, Effin­ger­weg 2, Aarau. Ohne Anmel­dung. Über Weihnachten/Neujahr ​geschlossen.

Baden-Dät­twil
Fr, 9 – 11.30 Uhr. Ohne Kinder­hüte­di­enst. Öku­menis­ches Zen­trum, Hochstrasse 8, Dät­twil. Ohne Anmel­dung. Über Weihnachten/Neujahr und in den Schulfe­rien geschlossen. 

Wohlen
Mo, von 9 – 11.30 Uhr. Mit Kinder­hüte­di­enst. KOFFF, Tool­box Freiamt, Soren­bühlweg 4a, Wohlen. Ohne Anmel­dung. Über Weihnachten/Neujahr und in den Schul ferien geschlossen.

Frei­willige gesucht
Das Nähate­lier Aarau sucht Frei­willige, die gerne und gut nähen. Ein­satz 1–2 mal/​Monat, Mon­tag­mor­gen. Kon­takt: Isabelle Oder­matt, / 062 837 06 10 / www.caritas-aargau.ch/hilfe-finden/treffpunkte/naehatelier

Jede bringt ihr Können ein

Im Nähate­lier Wohlen sind die Frauen an diesem Mon­tag­mor­gen auch ohne Kafi­pause in regem Aus­tausch. Liz Moser, Maya Zihlmann und Farkon­deh Afrasyabi führen das Nähate­lier heute. Sie sind drei von sechs Frei­willi­gen, welche mit ihren fundierten Nähkom­pe­ten­zen den Ate­lier­be­trieb leit­en. Sie helfen den weniger geübten Besucherin­nen beim Ein­richt­en der Mas­chine, assistieren beim Mass­nehmen, berat­en bei der Stof­fauswahl und freuen sich, wenn ein Näh­pro­jekt Form annimmt.

Im Nähate­lier Wohlen tre­f­fen ver­schiedene Erfahrun­gen aufeinan­der: Eine der Frauen war in Indi­en Stoffde­signer­in, jet­zt lernt sie hier nähen, eine andere hat im Iran als Innenar­chitek­tin gear­beit­et und ist eine vir­touse Näherin. An diesem Morgen​ entste­hen neben dem rosaroten Kleid auch eine Schürze, zwei Kisse­nanzüge und ein Kinder­pullover.

Flickwerkstatt

Für die Nähate­liers wer­den weit­ere, robuste Näh­maschi­nen gesucht, eben­so wie grössere Stücke Rest­stoff. Aus dem Nähate­lier Aarau her­aus hat sich zusät­zlich eine Flick­w­erk­statt entwick­elt. In den Sec­ond­han­dlä­den in Aarau und Wohlen kön­nen Klei­der abgegeben wer­den, gegen ein Ent­gelt erset­zen geübte Näherin­nen Reissver­schlüsse, kürzen Hosen oder nehmen Blusen ein.

Marie-Christine Andres Schürch
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