Grosser Flüchtlingsevent in Aarau

Grosser Flüchtlingsevent in Aarau

«exex – exchange expe­ri­ence»: Unter diesem Titel lädt Car­i­tas Aar­gau am 5. Novem­ber 2016 alle Aar­gauer Flüchtlinge zu einem gross angelegten Aus­tausch nach Aarau. Ziel ist eine Diskus­sion zum The­ma Inte­gra­tion und Par­tizipa­tion; von Flüchtlin­gen für Flüchtlinge.In der Aar­gauer Zeitung haben die Organ­isatoren des let­ztjähri­gen «Auf­s­tands für Anstand» unlängst ver­laut­en lassen, man werde «dieses Jahr nicht mit Trompe­ten und Trans­par­enten auf die Strasse gehen». Vielmehr wolle man zeigen, wer man sei. «Wir zeigen die Vielfalt im Aar­gau. Einen offe­nen, vielfälti­gen, men­schlichen Aar­gau», so der Vere­in Net­zw­erk Asyl Aar­gau, die Aar­gauer Lan­deskirchen, die Car­i­tas, Fraue­naar­gau, Heks Aargau/Solothurn, die SP Aar­gau, die Grü­nen, die Pfa­di Aar­gau und der VPOD Aar­gau in ein­er gemein­samen Medi­en­mit­teilung.

Flüchtlinge an Organisation massgeblich beteiligt

Car­i­tas Aar­gau lässt nun den Worten Tat­en fol­gen. Nach­dem let­ztes Jahr im Herb­st 4 000 Men­schen in Aarau für eine men­schen­würdi­ge Asylpoli­tik demon­stri­ert haben, soll nun am 5. Novem­ber 2016 in Aarau unter dem Titel «exex — exchange expe­ri­ence» ein gross­er Flüchtlings-Event in der Schachen­halle abge­hal­ten wer­den. Los geht’s um 13.30 Uhr, dauern soll der Anlass bis ca. 20 Uhr.«Die Nach wie vor nicht sehr kon­struk­tiv­en Diskus­sio­nen in Poli­tik und Gesellschaft in den let­zen Monat­en über Inte­gra­tion und Par­tizipa­tion haben uns ver­an­lasst, die Flüchtlinge in die Diskus­sion einzu­binden und mit ihnen das Gespräch darüber zu führen», heisst es in einem Infor­ma­tion­ss­chreiben an die Hor­i­zonte-Redak­tion. «Eine von uns beauf­tragte Pro­jek­t­gruppe mit Flüchtlin­gen aus Syrien und Eritrea, Afghanistan und Tibet hat in den let­zten Wochen mehrmals die Köpfe zusam­mengesteckt, und ent­standen ist nun ein Flüchtling­sev­ent mit dem Namen «exex — exchange expe­ri­ence»

Diskussion in Sprachen der Herkunftsländer

Der Anlass richtet sich an «alle geregel­ten Flüchtlinge des Kan­tons Aar­gau». Das heisst, alle Per­so­n­en mit B- oder F‑Bewilligung, sprich: Ein­er­seits Asyl­be­wer­ber, deren Gesuch gut­ge­heis­sen wurde, ander­er­seits aber auch soge­nan­nt «Vor­läu­fig aufgenommene Per­so­n­en», deren Gesuch abgelehnt wurde, sich aber der Vol­lzug der Weg­weisung als unzuläs­sig (Ver­stoss gegen das Völk­er­recht), unzu­mut­bar (konkrete Gefährdung des Betrof­fe­nen) oder unmöglich (vol­lzug­stech­nis­che Gründe) erweist.Mit der Sporthalle Schachen in Aarau streben die Organ­isatoren ein gross­es Teil­nehmer­feld an. Laut Franziska Hug von Car­i­tas Aar­gau gibt es aktuell bere­its 50 defin­i­tive Anmel­dun­gen für den Anlass. Die Anmelde­frist läuft noch bis zum 20. Okto­ber. Flüchtlinge aller Nation­al­itäten und unter­schiedlich­ster Sprachen, so das Ziel, sollen miteinan­der in Aus­tausch kom­men. Dies im Rah­men eines Work­shops zum The­ma Inte­gra­tion und Par­tizipa­tion. Organ­isierte Kinder­be­treu­ung und Kinder­pro­gramm sollen sich­er­stellen, dass die Erwach­se­nen ungestört miteinan­der disku­tieren kön­nen. Um hier­bei einem möglichen baby­lonis­chen Sprachgewirr zu begeg­nen, wer­den die Teil­nehmenden nach Sprach­grup­pen organ­isiert. Berück­sichtigt wer­den die Heimat­sprachen der Flüchtlinge, Über­set­zerin­nen und Über­set­zer sind eben­falls vor Ort.

Inklusive Verköstigung und Fahrspesen

Wie viele Teil­nehmende let­ztlich den Weg nach Aarau find­en, lässt sich nur schw­er voraus­sagen. Gegenüber Hor­i­zonte erk­lären Franzisak Hug und Beat John von Car­i­tas Aar­gau: «Schon allein die Frage der Erre­ich­barkeit der Flüchtlinge für so einen Anlass und die Verbindlichkeit ein­er Anmel­dung sind kom­plex und fordernd.» Überdies sei man sehr ges­pan­nt, ob und wie sich die Flüchtlinge in die Diskus­sio­nen ein­lassen wer­den.Neb­st dem Aus­tausch zum The­ma Inte­gra­tion und Par­tizipa­tion wird auch Gesel­ligkeit gross­geschrieben. Dies bei einem anschliessenden Nacht­essen mit Unter­hal­tung. Die Verkös­ti­gung ist gratis, auch die Fahrtkosen wer­den gegen Vor­weisen ein­er Quit­tung zurück­er­stat­tet.
Andreas C. Müller
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