
Mit Karikaturen übers Sterben schmunzeln
- Vor seinem Tod schuf der SolothurnÂer ZeichÂnÂer Jürg ParÂli 99 KarikaÂturen zum TheÂma SterÂben.
- Mit TexÂten des SeelÂsorgÂers und LyrikÂers Thomas JenelÂten entÂstand das humorÂvolle und tröstliche Werk «FinisÂsage».
- Das Buch kann bezoÂgen werÂden unter drucksachenshop.so.ch, , unter der TeleÂfonÂnumÂmer 032 627 22 22 oder im BuchÂhanÂdel.
Etwas über ein Jahr ist es her, dass der ZeichÂnÂer Jürg ParÂli im Alter von 83 Jahren verÂstarb. Der in Solothurn wohnÂhafte gebürÂtige BündÂner, den viele unter seinem KünÂstlerÂnaÂmen «JüPa» kanÂnten, arbeitÂete viele Jahre als ZeichÂnungslehrer an der KanÂtonÂssÂchule Solothurn und arbeitÂete als KarikaÂturÂist für diverse ZeitunÂgen und Zeitschriften.
JüPa’s ZeichÂnunÂgen waren geprägt von einem subÂtilen, schalkhaften Humor und strahlten oft HeitÂerkeit und UnbeschwÂertheit aus. Auch in seinem HeimatkanÂton GraubünÂden war ParÂli eine Grösse. Nicht zuletÂzt stamÂmen von JüPa aber auch die ZeichÂnunÂgen auf einÂer WandÂfasÂsade in Sichtweite des SolothurnÂer BahnÂhofs.
Nicht ganz hundert
Anstelle einÂer traÂdiÂtionellen Abdankung hatÂte sich JüPa eine «FinisÂsage» gewünÂscht, an welchÂer von ihm geferÂtigte ZeichÂnunÂgen zum TheÂma SterÂben und Tod ausÂgestellt werÂden sollÂten. Lange bevor ParÂli krank wurde, hatÂte er begonnen, die skizzenÂhaften IllusÂtraÂtioÂnen zu zeichÂnen und in einÂer kleinen Schachtel aufzubeÂwahren. Als er starb, befanÂden sich in der Schachtel genau 99 ZeichÂnunÂgen. Auf für JüPa typÂisÂche humorisÂtisÂche Weise setÂzen sie sich mit einÂer eigentlich ernÂsten und schwÂer zu begreifendÂen TheÂmatik auseinanÂder. Parlis WunÂsch entsprechend, wurde einige Tage nach seinem Tod im NovemÂber 2021 eine FinisÂsage verÂanstalÂtet, an welchÂer die 99 Bilder aus JüPa’s Schachtel zu sehen waren.
Seelsorger, Lyriker und Freund
[esf_wordpressimage id=2842 width=half float=left][/esf_wordpressimage]Geleitet wurde die FinisÂsage von Thomas JenelÂten, einem guten FreÂund Parlis. Die beiÂden verÂband ihre künÂstÂlerische Tätigkeit. Der WalÂlisÂer TheÂologe arbeitÂet als SeelÂsorgÂer am Regionalen PflegezenÂtrum Baden und ist PolizeiseelÂsorgÂer. Als Autor verÂfasst er lyrische Texte.
KenÂnenÂgelÂernt hatÂten sich JüPa und JenelÂten bei einem gemeinÂsamen AbenÂdessen im Hause ParÂli, zu welchem eine gemeinÂsame BekanÂnte JenelÂten mitgenomÂmen hatÂte. Schnell kam man ins Gespräch und verÂstand sich auf Anhieb ausÂgezeÂichÂnet. Es entwickÂelte sich eine FreÂundÂschaft und in deren RahÂmen viele verÂtrauensvolle Gespräche. Eines Tages zeigte ParÂli, damals noch gesund, JenelÂten die Schachtel mit seinÂer BilderÂsammÂlung zum TheÂma SterÂben und Tod. Er fragte ihn, ob er Parlis Abdankung in Form einÂer FinisÂsage leitÂen würde, wozu sich JenelÂten umgeÂhend bereÂit erkÂlärte.
«JüPa hätte sich gefreut»
DurchgeÂführt wurde die FinisÂsage in einem Saal, in dem die verÂschiedeÂnen ZeichÂnunÂgen an einÂer Schnur befesÂtigt wurÂden. Die AusstelÂlung war so konÂstruÂiert, dass den BesucherinÂnen und BesuchÂern die Sujets der Bilder zunächst verÂborÂgen blieben. Erst nachÂdem die FinisÂsage durch das DurchÂschneiÂden eines BanÂdes eröffnet worÂden war, konÂnten die Gäste die 99 ZeichÂnunÂgen Parlis betraÂchtÂen.
JenelÂtens anfängliche Sorge darüber, wie die FinisÂsage beim PubÂlikum ankomÂmen würde, erwies sich als unbeÂgrünÂdet: Sie war ein voller Erfolg. Das PubÂlikum liess sich auf Parlis aussergewöhnÂliche AuseinanÂderÂsetÂzung mit dem TheÂma SterÂben und Tod ein. Die BesucherinÂnen und BesuchÂer nahÂmen sich viel Zeit, die ZeichÂnunÂgen anzuschauen und tauschtÂen rege aus. «JüPa hätte sich darüber gefreut», sagt JenelÂten, «es war das, was er gewollt hatÂte».
Das Buch nimmt dem Thema die Schwere
Es entÂstand der Entschluss, das ProÂjekt der FinisÂsage weitÂerzuführen. So ist nun ein Jahr nach JüPa‘s Tod ein Buch mit dem Titel «FinisÂsage» erschienen, welchÂes das ForÂmat der ZeichÂnunÂgen aufnÂimmt und sie in gedruckÂter Form abbildet. Ergänzt werÂden die Bilder durch von JenelÂten verÂfasste BegleitÂtexte, in denen er den Inhalt der Bilder aufÂgreift. Beim Schreiben oriÂenÂtierte er sich an der spielerischen japanisÂchen GedichtÂform des Tankas. Sie passt zu JüPa’s ZeichÂnunÂgen, da sie auch etwas SkizzenÂhaftes hat. Das Buch kann, so meint JenelÂten, zu Gesprächen über SterÂben und Tod anreÂgen; ein TheÂma, über das in unserÂer Gesellschaft oft nicht gerne gesprochen wird. Für JenelÂten, in dessen AllÂtÂag als SeelÂsorgÂer das TheÂma SterÂben und Tod allÂgeÂgenÂwärÂtig ist, hat das Buch etwas TröstlichÂes. «Es nimmt einem ernÂsten TheÂma ein wenig die Schwere.»


