So funktioniert Solidarität

So funktioniert Solidarität

Ein­mal im Jahr, am vor­let­zten Son­ntag im Okto­ber, untern­immt die gesamte katholis­che Kirche eine gemein­same grosse Sol­i­dar­ität­sak­tion. Am Welt­mis­sion­sson­ntag am 18. Okto­ber 2015 wird in allen 2982 Bistümern der Welt eine Samm­lung für die finanzschwächeren Ort­skirchen durchge­führt. Das Beson­dere an der Sol­i­dar­ität­sak­tion ist, dass sich auch die Bistümer in armen Län­dern daran beteili­gen, denn Sol­i­dar­ität schliesst immer alle ein. Denn in ein­er Kirche, die sich die Geschwis­ter­lichkeit auf ihre Fah­nen schreibt, sind alle Glieder entsprechend ihren Möglichkeit­en in Pflicht genom­men.Zum Beispiel Banglade­sch Die Samm­lung im Okto­ber find­et auch in Län­dern wie Banglade­sch statt. Und es ist erstaunlich, was die weni­gen katholis­chen Chris­ten in Banglade­sch im ver­gan­genen Okto­ber sam­melten: 6301 Dol­lar. Wenn man bedenkt, wie es um dieses Land ste­ht, dann ist das ein grossar­tiges Zeichen weltkirch­lich­er Sol­i­dar­ität. Banglade­sch ist kein Einzelfall. Die afrikanis­chen Diöze­sen haben ihre Kollek­ten am Welt­mis­sion­sson­ntag in den ver­gan­genen fünf Jahren sog­ar ver­dop­pelt! In Lateinameri­ka, Afri­ka, Asien und Ozeanien liegen die Bistümer, die Anträge für ihre pas­toralen und sozialen Pro­jek­te ein­re­ichen kön­nen. Auch Banglade­sch ist unter diesen und erhält ein Vielfach­es ihrer eige­nen Samm­lung. Das ist gut so. Denn ein Part­ner­bis­tum, das bere­it ist, seinen eige­nen Teil beizu­tra­gen, ist es wert, unter­stützt zu wer­den.Part­ner­in nicht Patin Es gibt noch einen zweit­en, wichti­gen Grund­satz in diesem Sol­i­dar­itätswerk der Kirche. Mis­sio Schweiz hat sel­ber kein einziges Pro­jekt, auch wenn sie solche ver­mit­telt. Alle Pro­jek­tanträge, die bei Mis­sio Schweiz ein­tr­e­f­fen, wer­den mit einem net­ten Brief abgewiesen und die Antrag­steller an die Kirche vor Ort weit­er­ver­wiesen. Der Grund liegt darin, dass die Men­schen und ihre Bis­chöfe vor Ort bess­er wis­sen, was am notwendig­sten ist. Sie ken­nen nicht nur die Sor­gen und Nöte der Men­schen am besten, son­dern auch die lokalen Ver­hält­nisse, Risiken und Chan­cen. Sie ver­ant­worten die Pro­jek­te, Mis­sio gibt ihnen die nöti­gen Mit­tel dazu.Mehr als eine Sam­me­lak­tion Der Monat der Welt­mis­sion ist mehr als eine Sam­me­lak­tion. Das zeigt die Gastkirche Bolivien, die dieses Jahr im Fokus des Mis­sion­s­monats ste­ht. Mis­sio in Bolivien fördert beson­ders die Jugen­dor­gan­i­sa­tion Infanzia y Adole­cen­cia Mision­era (IAM), die in vie­len Pfar­reien behei­matet ist, ähn­lich wie Mis­sio Schweiz das Sternsin­gen fördert. Mis­sio hat erkan­nt, dass die Jugen­dor­gan­i­sa­tion den Pfar­reien Leben ver­lei­ht und die Zukun­ft der Kirche prä­gen wer­den. Das Ziel des Welt­mis­sion­s­monats ist, einan­der beizuste­hen und der Kirche gegen­seit­ig Leben zu ver­lei­hen. Denn die Weltkirche ist eine Glaubens‑, Sol­i­dar- und Lernge­mein­schaft. Kollek­te am Welt­mis­sion­sson­ntag 2015 Die Kollek­te vom Welt­mis­sion­sson­ntag wird weltweit in allen Pfar­reien aufgenom­men. Weil sie über­all durchge­führt wird, durch­bricht sie das Ver­hält­nis von Geben­den und Nehmenden und macht aus der Kirche eine Sol­i­darge­mein­schaft. Das Geld fliesst in einen zen­tralen Sol­i­dar­itäts­fonds. Dieser ermöglicht die gerechte Verteilung der zur Ver­fü­gung ste­hen­den Mit­tel, weil daraus gezielt die ärm­sten Kirchen unter­stützt wer­den. In Bolivien, dem Gast­land im Welt­mis­sion­s­monat, sind dies die fünf Apos­tolis­chen Vikari­ate. Apos­tolis­che Vikari­ate sind Diöze­sen im Auf­bau. Der Sol­i­dar­itäts­fonds von Mis­sio garantiert beson­ders denen Hil­fe, die keine direk­te Verbindung zu den reichen Kirchen haben. Deshalb darf die jährliche Kollek­te am Welt­mis­sion­sson­ntag nicht für pfar­reieigene Pro­jek­te aufgenom­men wer­den. Das Gebet aus Bolivien wurde speziell für den Welt­mis­sion­s­monat 2015 geschrieben.Gott, guter Vater,Schöpfer des Lebens und der Geschichte,wir danken dir für das wun­der­bare Geschenkder Gemein­schaft unter deinen Söh­nen und Töchtern.Zusam­men ver­suchen wir,in Sol­i­dar­ität und Liebe eine neue Welt zu bauen.Jesus, gesandt vom Vater,lehre uns Ja zu sagen zur Liebe,zur Sol­i­dar­ität, zur Barmherzigkeitund zur Sendung, dein Wort allen Men­schen zu verkün­den.Heiliger Geist,mache uns zu authen­tis­chen Zeu­gen des Evan­geli­ums;wir wollen seine Freude leben und verkün­den.Die Gemein­schaft der Gläu­bi­gender Kirche in der Schweiz und in Boliviensoll ein sicht­bares Zeichen dein­er Liebeund dein­er Zuwen­dung sein,damit alle Men­schen dieser Erde glück­lich wer­den.Seg­ne unsere Fam­i­lien und Gemein­schaften,schau auf unsere Träume und Hoff­nun­gen.Maria, unsere Mut­ter und Mut­ter der Kirche,begleite uns auf unserem Weg.Durch Jesus Chris­tus, unseren Her­rnAmen    
Marie-Christine Andres Schürch
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